Agile Consulting Blog

5 Tipps zur Verwaltung einer agilen Roadmap

Um das Unbekannte zu managen, ist Agilität gefragt. Daher ist es wichtig, dass eine Produkt-Roadmap keine detaillierte Liste von Funktionen und Zeitplänen enthält, sondern dem Team Anweisungen für die Entwicklung der richtigen Software gibt. Kurz gesagt: Erstellen Sie keinen Wasserfall-Plan für die Lieferung eines agilen Produkts.

Lassen Sie uns zunächst einen Mythos zerstreuen: dass Agile und Scrum nicht zur Erstellung von Roadmaps passen. In der Tat planen Scrum-Teams sehr häufig. Um den agilen Guru Mary Poppendieck zu zitieren: „Agile hasst Pläne, liebt aber das Planen.“

Kurz gesagt bei agilen Teams besteht sowohl die Notwendigkeit häufiger Planung als auch die Herausforderung, einen Plan auf dem neuesten Stand zu halten. Viele Scrum-Teams möchten jedoch einen Sprint starten, bevor sie eine klare Vision für das Produkt haben. Oder noch schlimmer: Wenn es eine klare Vision gibt, ignorieren sie diese und konzentrieren sich auf das, was sie für das Beste halten. Eine Vision und ein Nachholbedarf sind die Eckpfeiler für jedes Scrum-Team und jeden Sprint. Der Mindestplan für ein Scrum-Projekt besteht aus einer Vision und einem Produkt-Backlog. Die Vision beschreibt, warum das Projekt durchgeführt wird und was der gewünschte Endzustand ist.

Unterstützen Sie den empirischen Prozess

Es gibt keine Regeln, um die perfekte Roadmap zu erstellen. Jede Situation wird nicht nur vom Produkt, sondern auch von Markt, vom Publikum und der Organisationskultur bestimmt. Was Sinn macht für eine Bank, die Anleihen verkauft, funktioniert nicht auch für ein Web-Unternehmen, das ein neues Medienprodukt liefert. Denken Sie an die goldene Regel, wenn Sie Scrum verwenden: Unterstützen Sie den empirischen Prozess.

Scrum ist im Gegensatz zum Wasserfall ein empirischer Ansatz. Es stützt sich auf die Ideen wissenschaftlicher Methoden und bietet einen leichten Rahmen, der Inspektion und Anpassung durch Transparenz fördert. Es wird davon ausgegangen, dass man nicht alles im Voraus wissen kann und ermutigt Sie, häufig funktionierende Software zum Lernen bereitzustellen.

1. Konzentrieren Sie sich auf die Ergebnisse von Kunden und Benutzern, nicht auf Features und Funktionen. 

Viele Roadmaps betonen die Produkt-Eigenschaften und deren Bereitstellung. Die Konzentration auf die Kundenergebnisse ermöglicht es jedoch, die geschäftliche Ausrichtung des Plans zu beschreiben. Es bietet auch Flexibilität, damit Scrum-Teams die richtigen Dinge denjenigen Anforderungen vorziehen, die möglicherweise nicht die richtigen Geschäftsergebnisse liefern.

Wenn die Roadmap gut geschrieben ist, müssen Sie das Ziel eines bestimmten Elements nicht ständig dem Rest der Organisation erklären.

2. Wie isst man einen Elefanten? Ganz einfach: Stück für Stück.

Im Gegensatz zu einer Studienarbeit an der Hochschule profitieren Roadmaps nicht von der Größe. Die besten Roadmaps enthalten keine detaillierte Liste der Funktionen. Stattdessen vermitteln sie ihrem Publikum ein Gefühl für die Richtung des Produkts. Entwicklen Sie keine ausführlichen Beschreibungen, sondern suchen Sie nach einem Satz, der Ziel, Zweck und Absicht erklärt. Das hilft anderen dabei, sich mit der Bedeutung der Aufgabe vertraut zu machen und bietet den Scrum-Teams die nötige Flexibilität, um die erforderlichen Anforderungen zu erfüllen.

Häufige, inkrementelle Aktualisierungen der Roadmap vermittelt ein klares Orientierungsgefühl. Zum Beispiel eine Intranetseite, die den Status anzeigt, und das Verwalten von Änderungen erleichtert. Natürlich müssen diese Aktualisierungen eindeutig mit der Arbeit der Teams in Verbindung stehen, die diese allgemeinen Ziele erreichen sollen, um einen regelmäßigen Fortschritt gegenüber diesen Zielen zu demonstrieren.

3. Seien Sie ehrlich, ohne alle zu erschrecken. 

Wie oft waren Sie schon in der Roadmap-Präsentation, nur um zu hören, dass das Killer-Feature wieder auf die nächste Version verschoben wurde? Roadmaps, die Scrum-Teams unterstützen, sollten immer noch Prognosen abgeben. Aber sie sollten auch auf ehrliche und offene Art und Weise hervorheben, dass ein Feature-Auslieferung um so unwahrscheinlicher ist, je weiter entfernt es in der Zukunft liegt.

Roadmaps sind wie Wetterberichte: Je länger die Prognose, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie eintritt.

4. Fügen Sie Ihrer Roadmap ein eindeutiges Ziel für den Erfolg hinzu und berichten Sie über den Fortschritt. 

Geben Sie nicht nur die Notwendigkeit an, sondern beschreiben Sie auch den Erfolg. Wenn die Benutzer beispielsweise ein bestimmtes Produkt online kaufen sollen soll, können Sie den Erfolgsfaktor mit 12% aller Kunden und 50% der Neukunden definieren, die die Seite besuchen. Durch Hinzufügen einer messbaren Erfolgs-Benchmark zu einem Roadmap-Element sorgen Sie für Klarheit und ermutigen das Entwicklungsteam, die Ergebnisse zu messen. Messbarkeit bietet eine Plattform für Lean-Analysen und verbindet sich gut mit empirischen Prozessen, die durch Lernen und Ergebnisse gesteuert werden. Durch die Verbindung dieser Daten mit Roadmap-Elementen im Vorfeld gibt es keine Unklarheiten für das Unternehmen oder das Team.

5. Stelle alles in den Kontext des "True North"

Jeder möchte an etwas arbeiten, das wichtig ist. In "Drive: Die überraschende Wahrheit über das, was uns motiviert", beschreibt Daniel H. Pink - neben Autonomie und Können - den Zweck als einen der drei Schlüsselelemente für die Motivation des Teams. Der Zweck eines Produkts ist mehr als seine Features, Funktionen oder sogar seine Benutzerergebnisse. Zweck beschreibt, warum das Produkt existiert und eng mit der Mission einer Organisation verbunden ist. Wenn Sie alles in der Roadmap im Kontext ihres Zwecks beschreiben, können Scrum-Teams die Gründe auf Makroebene besser verstehen. Der Zweck spiegelt sich im Sprint-Ziel wider, mit dessen Hilfe der Sprint-Rückstand definiert wird, der dann in der Sprint-Überprüfung validiert wird.

Der Zweck hilft, alle diese Scrum-Ereignisse zu verbinden.