einer mehr ist doch egal

Teamgröße: Einer mehr ist einer mehr - plus eins. Oder vielleicht doch nicht?

Ich werde oft gefragt welche Teamgröße die richtige ist. Die Antwort ist einfach und unbefriedigend: Es kommt darauf an.
Es lohnt sich aber etwas darüber nachzudenken.

Ein Team muss nicht funktionieren, kann aber.

Wenn es funktioniert, ist auf diese Punkte zu achten:

  • Führen wir immer noch genug kritische Retrospektiven durch, um auch weiterhin eine Achtsamkeit gegenüber verdeckten Konflikten und schlummernden Ideen/Innovationen zu gewährleisten.
  • Sind wir in einer gefährlichen Wohlfühlzone angekommen, in der wir der Meinung sind, dass wir die "Weisheit mit Löffeln gefressen haben". Dies kann dazu führen, dass wir glauben die Situation ohne weitere Probleme nach oben skalieren können. Eine Art "Größenwahnsinn".

Wenn ein Team nicht funktioniert, sollten möglichst neutral folgende Fragen beleuchten:

  • Ist es möglich, dass ein Teammitglied das Team in die Dysfunktionalität führt?
  • Fehlen dem Team nachhaltig schlicht und einfach Fähigkeiten, die nicht durch Teammitglieder erlernt werden können? Wenn ja: Kann das Team (trotz  Forming - Storming - Norming - Performing Phase) durch Hinzufügen eines Teammitglieds in einen funktionalen Zustand überführt werden?

Falls wir uns entscheiden,  dass es dem Team (und dem Gesamtorganismus) hilft, das Team zu vergrößern. Dann sollten wir uns bewusst sein, dass ein weiteres Teammitglied uns nicht nur durch die Forming - Storming - Norming - Performing Phasen führen wird, sondern auch die Komplexität der Kommunikation signifikant erhöhen wird. 

Wenn wir das Team um eine Person vergrößern, muss diese Person nicht nur "ins Team passen", das Team die Forming - Storming - Norming - Performing Phasen erfolgreich durchlaufen, sondern das neue Teammitglied muss mit allen anderen Teammitgliedern eine Kommunikation aufbauen.

Bei 6 Teammitgliedern bedeutet dies, dass Kommunikationskanäle zu 6 Personen aufgebaut werden müssen.

Das ist im Fall von 6 Teammitgliedern nicht weiter bedenklich. Selbst eine Erweiterung des Teams um zwei Personen hält die Anzahl der Kommunikationskanäle in einem überschaubaren Maß.

Vereinen wir im Team aber bereits schon 8 Teammitglieder, sieht diese Sache selbst bei der Erweiterung um eine Person schon etwas komplexer aus.

Kommen wir gar auf die Idee ein 8-er Team um drei Personen von 8 auf 11 zu erweitern, wächst die Anzahl der Kommunikationskanäle bedrohlich.

Wir sollten uns also bewusst sein, dass die Anzahl der zu etablierenden Kommunikationskanälen von der bereits bestehenden Anzahl der Teammitglieder abhängt. Kurz gesagt:

Je größer, desto Wollknäuel.

Ein guter Startpunkt kann bei einer Teamgröße von 6 bis 8 liegen, je nachdem welche Fähigkeiten in der Crossfunktionalität abgebildet werden sollen.