CMCX 2026: Von KI, Kultmarken und viralen Croissants
Eindrücke vom 1. Konferenztag
Wer glaubt, Content Marketing bestehe hauptsächlich aus Redaktionsplänen, SEO und Social Posts, wurde auf der CMCX 2026 eines Besseren belehrt.
Auf Europas größter Content-Marketing-Konferenz in Köln ging es am ersten Tag um deutlich mehr: um kulturelle Relevanz, künstliche Intelligenz, mutige Markenführung und die Frage, wie Unternehmen in einer Welt voller Inhalte überhaupt noch Aufmerksamkeit gewinnen können.
Für sitegeist war ich, Holger Meyer vor Ort und nahm zahlreiche Impulse aus Vorträgen, Cases und Diskussionen mit. Auffällig war dabei vor allem ein Thema: KI ist endgültig im operativen Marketing angekommen und – die eigene Website bleibt trotz sinkender Klickraten relevant.
Content Marketing wird orchestriert
Gleich mehrere Sessions beschäftigten sich mit der Frage, wie Unternehmen ihre Content-Produktion künftig organisieren können.
Besonders spannend war der Vortrag zur Content-Orchestrierung mit KI und Governance. Die zentrale Botschaft: Unternehmen müssen aufhören, Inhalte kanalorientiert zu denken. Stattdessen sollten Themen im Mittelpunkt stehen, die anschließend mittels KI in unterschiedliche Formate, Zielgruppen und Kanäle übersetzt werden.
KI übernimmt dabei immer mehr Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette – von der Themenrecherche über die Erstellung erster Entwürfe bis hin zur Personalisierung und Variantenbildung. Gleichzeitig wurde deutlich: Ohne Governance funktioniert das nicht. Klare Regeln, definierte Wissensquellen und menschliche Qualitätskontrolle bleiben unverzichtbar.
Was vor wenigen Jahren noch nach Zukunftsmusik klang, entwickelt sich zunehmend zu einer etablierten Betriebsform für modernes Content Marketing.
KI ersetzt keine Marketingteams – sie erweitert ihre Möglichkeiten. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht dort, wo Unternehmen KI sinnvoll in Prozesse, Daten und Content-Strategien integrieren. Dabei können wir helfen!
KI produziert heute nicht nur Texte, sondern ganze Kampagnen
Wie weit die Entwicklung bereits fortgeschritten ist, zeigte eindrucksvoll der McFit-Case rund um eine KI-gestützte Chuck-Norris-Kampagne.
Die Idee: Die Fitnessmarke kombinierte den Kultstatus von Chuck Norris mit einem deutschen Fitness-Influencer und setzte dabei auf eine Mischung aus echten Drehs und KI-generierten Szenen. Das Ergebnis waren Millionenreichweiten, hohe Interaktionsraten und eine Kampagne, die bewusst auf Humor und Community-Effekte setzte.
Interessant war dabei weniger der technische Trick als die Erkenntnis dahinter: KI macht kreative Ideen nicht automatisch besser oder günstiger. Die Produktion erforderte reale Drehs, technische Speziallösungen und umfangreiche rechtliche Prüfungen.
Ein Learning, das sich wie ein roter Faden durch viele Vorträge zog: KI ist kein Shortcut. Sie ist ein Werkzeug.
Produktfotografie ohne Produkt? Das geht längst
Auch im Bereich Content Production verschieben sich die Grenzen rasant.
Eine weitere Session zeigte praxisnah, wie Marken heute KI für Produktfotografie einsetzen. Neue Farbvarianten können visualisiert werden, bevor sie überhaupt produziert werden. Kampagnenmotive entstehen auf Basis einfacher Referenzbilder. Saisonale Motive lassen sich innerhalb weniger Stunden statt Wochen entwickeln.
Dabei wurde jedoch deutlich, dass gute Ergebnisse nicht durch Zufall entstehen. Moodboards, klare Bildkonzepte und präzise Prompts bleiben entscheidend.
Oder anders gesagt: Die Kamera mag durch KI ersetzt werden können. Das kreative Denken dahinter nicht.
Übrigens: sitegeist bietet auch zu diesem Thema KI-Workshops an.
Warum ein Döner-Croissant plötzlich ganz Deutschland beschäftigt
Neben KI war ein zweites Thema omnipräsent: Aufmerksamkeit.
Kaum ein Vortrag demonstrierte das besser als der inzwischen legendäre Lidl-Case rund um das Döner-Croissant.
Die Kampagne folgte einem einfachen Prinzip: Menschen teilen Dinge, über die sie sprechen wollen. Statt klassischer Werbebotschaften setzte Lidl auf kulturelle Relevanz, Humor und Community-Beteiligung. Aus einer zunächst absurd wirkenden Produktidee entwickelte sich ein virales Phänomen mit über 50 Millionen Kontakten, tausenden User-Generated-Content-Beiträgen und enormer Earned Media.
Die wichtigste Erkenntnis daraus: Reichweite entsteht heute häufig dort, wo Marken bereit sind, Kontrolle abzugeben und gemeinsam mit ihrer Community Inhalte weiterzuentwickeln.
Unser Fazit vom ersten CMCX-Tag
Nach einem intensiven ersten Konferenztag bleibt vor allem ein Eindruck hängen: Die Grenzen zwischen Content, Technologie, Daten und Kreativität verschwimmen immer stärker.
KI verändert die Produktion von Inhalten grundlegend. Gleichzeitig gewinnen strategische Themen wie Governance, Markenführung und Nutzerzentrierung an Bedeutung. Unternehmen müssen heute beides beherrschen: technologische Möglichkeiten verstehen und gleichzeitig relevante Erlebnisse für Menschen schaffen.
Genau hier liegen auch die Themen, mit denen wir uns bei sitegeist täglich beschäftigen. Ob KI-gestützte Content-Prozesse, intelligente CMS-Lösungen, digitale Plattformen, Automatisierung, Customer Experience oder innovative Leadgenerierung – die Herausforderungen, die auf der CMCX diskutiert wurden, begegnen uns regelmäßig in Kundenprojekten.
Die Konferenz hat einmal mehr gezeigt: Technologie allein schafft noch keinen Mehrwert. Entscheidend ist, wie sinnvoll sie in Prozesse, Plattformen und Nutzererlebnisse integriert wird. Und genau dabei unterstützen wir unsere Kunden – von der strategischen Beratung bis zur technischen Umsetzung.

